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Praxis

Webflow vs. Sanity mit Astro: Vor- und Nachteile aus Entwicklersicht

· 9 Min. Lesezeit

Webflow oder Sanity mit Astro? Wir bauen beides und haben unsere eigene Website umgezogen. Die ehrliche Abwägung aus Entwicklersicht: Kosten, CMS-Grenzen, Mehrsprachigkeit, Performance und KI-Workflows.

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Die Kurzantwort

Webflow ist die bessere Wahl, wenn Designer eine Marketing-Seite ohne Entwickler bauen und pflegen sollen. Sanity mit Astro ist die bessere Wahl, wenn du Inhalte strukturiert, mehrsprachig und langfristig wartbar ausspielen willst und ein Entwicklerteam hast.

Wir bei WAGEMUT kennen beide Seiten. Als Webflow-Partner bauen und betreuen wir zahlreiche Kundenseiten in Webflow. Unsere eigene Website haben wir dagegen von Webflow mit Weglot auf Astro mit Sanity umgezogen, inklusive Claude-Code-Integration. Das war bewusst ein Testlauf: Wir wollten prüfen, ob der Stack auch für unsere Kunden taugt, bevor wir ihn anbieten. In diesem Artikel bekommst du keinen Werbetext für eine Seite, sondern die ehrliche Abwägung aus Entwicklersicht. Preise und Limits haben den Stand Oktober 2026.

Was Webflow richtig gut kann

Webflow ist kein Baukasten im Wix-Sinn. Du arbeitest mit echtem CSS: Klassen, Flexbox, Grid, Breakpoints. Wer sauber denkt, bekommt sauberen Output. Für Designer, die nah am Code arbeiten wollen, ist das ein starkes Werkzeug.

Dazu kommt: Hosting, SSL und CDN sind inklusive. Es gibt kein Deployment, keinen Build-Server und keine Abhängigkeiten, die veralten. Du klickst auf Publish, fertig.

Auch beim CMS hat Webflow nachgelegt. Mit der Preisumstellung im Mai 2026 wurden die alten CMS- und Business-Pläne durch den Premium-Plan ersetzt. Der bringt 20.000 CMS-Items und 40 Collections, ab 25 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung. Vorher lag der CMS-Plan bei 2.000 Items und 20 Collections. Für die meisten Marketing-Seiten reicht das jetzt locker.

Mehrsprachigkeit geht inzwischen nativ über Webflow Localization, inklusive automatischer hreflang-Tags. Das Add-on kostet ab 9 US-Dollar pro Sprache und Monat. Dazu kommt ein Wortkontingent: 10.000 Wörter im Monat in der kleinen Stufe, 50.000 in der größeren für 29 US-Dollar. Wer einen Blog mehrsprachig fährt, sollte das vorher durchrechnen.

Und auch Webflow hat einen eigenen MCP-Server für KI-Agenten. Das Thema KI allein ist also kein Argument gegen Webflow. Eine Einschränkung gibt es trotzdem. Webflows AEO-Agenten, die Empfehlungen für die Sichtbarkeit in KI-Antworten geben, stecken erst im Team-Plan ab 2.500 US-Dollar im Monat mit Jahresvertrag. Der MCP-Server hilft beim Bauen, nicht beim Gefundenwerden.

Wo Webflow an Grenzen stößt

Die Probleme zeigen sich selten am ersten Tag. Sie kommen, wenn die Seite wächst.

Kosten auf mehreren Ebenen. Webflow rechnet Site-Plan, Workspace-Plan, Seats und Add-ons getrennt ab. Seit Mai 2026 ist außerdem die Bandbreite ein deutlich größerer Kostenfaktor. Der Preis auf der Pricing-Seite ist selten das, was am Ende auf der Rechnung steht.

Strukturelle CMS-Grenzen. Die Item-Zahl ist nicht das Problem, die Abfragen sind es. Verschachtelte Collection Lists sind außerhalb von Enterprise auf zwei pro Seite mit je zehn Einträgen begrenzt. Wer relationale Inhalte hat, landet schnell bei Workarounds per JavaScript im Client. Außerdem sind Inhalte eng an Seiten gekoppelt. Willst du denselben Content in einer App, einem Newsletter oder einem anderen Frontend nutzen, wird es umständlich.

Lock-in. Webflow kann Code exportieren. Aber genau die dynamischen Teile fehlen im Export: CMS-Inhalte, Formulare, Suche und Lokalisierung. Ein echter Umzug ist immer ein Neubau.

Kein Entwickler-Workflow. Es gibt Backups, aber keine Branches, keine Pull Requests, keine Code-Reviews. Eigener Code steckt in Embeds mit einem Limit von 50.000 Zeichen pro Feld.

Weglot und das Wortmodell. Bevor es Localization gab, war Weglot der Standard für mehrsprachige Webflow-Seiten. Weglot rechnet nach übersetzten Wörtern ab, und das Kontingent ist fix. Jeder neue Blogartikel frisst also Budget. Dazu liegen die Übersetzungen auf Weglots Servern und werden über deren Infrastruktur ausgeliefert. Kündigst du, sind sie ohne manuellen Export weg.

Was Sanity mit Astro besser macht

Der Kern des Unterschieds: Bei Webflow ist der Inhalt Teil der Seite. Bei Sanity ist er strukturierte Daten, die du überall ausspielen kannst.

Content als Daten. In Sanity definierst du dein Content-Modell als TypeScript-Schema im Repository. Inhalte fragst du über GROQ ab, mit beliebigen Referenzen und Verschachtelungen. Limits wie „zwei verschachtelte Listen pro Seite“ gibt es nicht. Das Schema durchläuft dieselben Reviews wie der restliche Code.

Performance durch Astro. Astro rendert standardmäßig HTML ohne JavaScript. Interaktive Komponenten lädst du gezielt als Islands nach. Das zahlt direkt auf die Core Web Vitals ein und damit auf SEO. Du entscheidest pro Seite, ob statisch gebaut oder serverseitig gerendert wird.

Zukunftssicherheit. Cloudflare hat das Astro-Team im Januar 2026 übernommen und zugesagt, dass Astro Open Source bleibt. Spannendes Detail: Astro steckt laut Cloudflare bereits in Plattformen wie Webflow und Wix. Du setzt also auf dieselbe Technik, nur ohne die Plattform darüber.

Mehrsprachigkeit ohne Wortzähler. Übersetzungen sind in Sanity einfach Teil des Datenmodells, auf Feld- oder Dokumentebene. Kein Proxy, kein Script, kein Wortlimit. hreflang und Sprach-URLs steuerst du in Astro selbst.

Faire Einstiegskosten. Der Free-Plan von Sanity enthält 20 Seats und 10.000 Dokumente. Der Growth-Plan kostet 15 US-Dollar pro Seat und Monat, reine Lesezugriffe sind kostenlos. Astro selbst kostet nichts, und das Hosting wählst du frei.

Die ehrlichen Nachteile von Sanity und Astro

Wer dir einen Headless-Stack ohne Haken verkauft, lügt.

Ohne Entwickler geht nichts. Jede neue Sektion bedeutet Schema plus Komponente. Dein Designer kann nicht mal eben ein neues Layout zusammenklicken. Das lässt sich mit einem durchdachten Baukasten aus Sektionen abfedern, aber nie ganz auflösen.

Mehr bewegliche Teile. Hosting, Build-Pipeline, Webhooks für Rebuilds, Vorschau und Visual Editing: Das musst du alles selbst aufsetzen und pflegen. Bei Webflow ist es einfach da.

Höherer Startaufwand. Für eine Visitenkarten-Seite mit fünf Unterseiten lohnt sich das selten. Die Kosten verschieben sich von Lizenzgebühren zu Entwicklungsstunden.

Nicht jede Seite braucht ein CMS. Für eine einfache Seite, deren Inhalte sich selten ändern, reicht Astro allein. Die Texte liegen dann als Markdown oder direkt in den Komponenten im Repository. Astro baut daraus statisches HTML, das du auf jedem beliebigen Webserver hosten kannst, ohne Datenbank und ohne laufende CMS-Kosten. Sanity kommt erst dazu, wenn Redakteure ohne Entwickler Inhalte pflegen sollen.

Redaktion arbeitet anders. Redakteure füllen Formulare statt direkt auf der Seite zu tippen. Visual Editing schließt diese Lücke weitgehend, muss aber sauber eingerichtet werden.

Limits gibt es auch hier. Der Free-Plan blockiert Anfragen, wenn ein Kontingent erreicht ist, statt einfach weiterzulaufen. Für produktive Kundenseiten solltest du das im Blick behalten.

Unser Testlauf und welche Rolle Claude Code spielt

Wir sind nicht von Webflow weg, weil Webflow schlecht ist. Wir haben unsere eigene Seite als Versuchsfeld genutzt. Die Fragen dahinter: Wie aufwendig ist der Stack im Alltag? Kommt die Redaktion damit klar? Und rechnet er sich für Kundenprojekte? Unser Fazit: Für die passenden Projekte ja. Deshalb bieten wir Sanity mit Astro jetzt zusätzlich zu Webflow an.

Der größte Hebel im Alltag ist aber die KI-Integration. Sanity bietet seit Dezember 2025 einen gehosteten MCP-Server mit OAuth-Login. Darüber kann Claude Code direkt mit deinem Sanity-Projekt arbeiten: Schemas lesen, Schemas deployen, Dokumente anlegen und Inhalte abfragen. Dazu kommt das Agent Toolkit mit einem Claude-Code-Plugin. Es bringt Skills für Sanity-Best-Practices, Content-Modellierung sowie SEO und AEO mit.

In der Praxis heißt das: Du beschreibst eine neue Sektion, und Claude Code legt Schema, GROQ-Query und Astro-Komponente an. Weil alles im Repository liegt, siehst du jede Änderung als Diff und prüfst sie, bevor sie live geht. Genau das ist der Unterschied zu Webflow. Dort gibt es zwar auch einen MCP-Server, aber die Änderungen landen in einem visuellen Tool ohne Versionierung im Entwicklersinn.

Ein Hinweis aus der Praxis: Lass die KI Entwürfe erzeugen, aber nicht ungeprüft veröffentlichen. Sanity trennt Drafts und veröffentlichte Dokumente sauber. Nutze das.

Vier Schritte: Sektion beschreiben, Claude Code baut Schema und Komponente, Diff prüfen, nach Freigabe live
Du beschreibst die Sektion. Claude Code legt Schema und Komponente an. Du prüfst den Diff, dann geht sie live.

Webflow oder Sanity mit Astro: die Entscheidungshilfe

  • Wer baut. Webflow: Designer, visuell. Sanity + Astro: Entwickler, im Code.
  • Start. Webflow: schnell, alles inklusive. Sanity + Astro: mehr Setup, mehr Kontrolle.
  • CMS. Webflow: bis 20.000 Items, feste Abfrage-Limits. Sanity + Astro: frei modellierbar, relationale Abfragen.
  • Mehrsprachigkeit. Webflow: Add-on pro Sprache oder Weglot. Sanity + Astro: Teil des Datenmodells.
  • Performance. Webflow: gut, plattformabhängig. Sanity + Astro: sehr gut, standardmäßig ohne JavaScript.
  • Lock-in. Webflow: hoch, Export ohne CMS-Daten. Sanity + Astro: gering, Open Source und exportierbar.
  • Versionierung. Webflow: Backups. Sanity + Astro: Git, Branches, Reviews.
  • KI-Workflow. Webflow: MCP im visuellen Tool. Sanity + Astro: MCP plus Code im Repo.

Nimm Webflow, wenn ein Designteam die Seite eigenständig pflegen soll und kein Entwickler im Haus ist. Nimm Sanity mit Astro, wenn Inhalte wachsen, mehrsprachig sind oder in mehreren Kanälen laufen sollen. Und für eine schlanke Seite, die nur selten aktualisiert wird, reicht Astro ohne CMS auf einem eigenen Server.

Webflow, Sanity oder doch WordPress? Wir beraten dich ehrlich

Wir sind nicht auf ein System festgelegt. Als Webflow-Partner bauen und pflegen wir Webflow-Seiten. Wie weit das in Webflow trägt, zeigt unsere Arbeit für einen japanischen Präzisionsmaschinenbauer. Für Projekte mit wachsenden, mehrsprachigen oder kanalübergreifenden Inhalten setzen wir Sanity mit Astro um. Und manchmal ist WordPress die bessere Wahl, etwa wenn dein Team es schon kennt oder du auf bestimmte Plugins angewiesen bist. Welches System passt, entscheiden wir gemeinsam mit dir, anhand deiner Inhalte, deines Teams und deines Budgets. Melde dich für ein unverbindliches Erstgespräch.

Quellen

Häufige Fragen

Ist Sanity kostenlos?

Ja, für kleine Projekte. Der Free-Plan enthält 20 Seats und 10.000 Dokumente. Der Growth-Plan kostet 15 US-Dollar pro Seat und Monat.

Ist Astro schneller als Webflow?

In der Regel ja, weil Astro standardmäßig kein JavaScript ausliefert. Das Ergebnis hängt aber immer von der Umsetzung ab.

Brauche ich Weglot, wenn ich Sanity nutze?

Nein. Übersetzungen legst du direkt im Datenmodell an, ohne Wortlimit und ohne Drittanbieter-Proxy.

Kann ich von Webflow zu Sanity migrieren?

Ja. CMS-Collections lassen sich als CSV oder über die Webflow-API exportieren und per Script in Sanity importieren. Layouts und Interaktionen baust du in Astro neu.

Funktioniert Sanity mit Claude Code?

Ja. Sanity bietet einen offiziellen MCP-Server und ein Claude-Code-Plugin mit Skills für Schema, Inhalte und SEO.

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